Schlecht heilende Knochenbrüche (Frakturen) stellen ein Riesenproblem dar, weil betroffene Patienten zumeist arbeitsunfähig bleiben, unter anhaltenden Schmerzen im Bruchbereich leiden, Muskelschwund riskieren und befürchten müssen, dass die stabilisierenden Platen, Nägel oder Schrauben frühzeitig brechen.

Je nach zeitlichem Abstand zur Erstbehandlung unterteilt man diese Komplikationen als verzögerte Frakturheilungen (delayed unions) oder knöcherne Fehlheilungen (non-unions, Pseudarthrosen). Das betrifft sowohl Frakturfolgen als auch Zustände nach operativen Gelenkversteifungen (Arthrodesen) oder Knochenumstellungsoperationen (Korrekturosteotomien) ohne zeitgerechte „knöcherne Durchbauung“.  Das Ziel der Stosswellentherapie ist keine weitere Knochendestruktion, sondern die Aktivierung des Knochenstoffwechsels auf mikrobiologischer Ebene (Vermehrung von Knochenwachstumshormonen, Knochenmarkstammzellenmodulation, lokale Durchblutungsverbesserung …). Frische Knochenbrüche benötigen keine künstliche Aktivierung mit Ausnahme derer, die die Ausbildung einer Pseudarthrose sicher erwarten lassen. Je nach Knochen (Oberschenkelhals, Kleinfingergrundglied …) benötigt der Arzt eine bis vier Einzeltherapiesitzungen, meistens in einwöchigen Zeitabständen. Woran bemisst sich der Therapieerfolg? Am röntgenologischen Ergebnis nach drei bis vier Monaten – dann sollte die Situation so stabilisiert sein, dass eine Vollbelastung und ggf.  eine Entfernung der metallischen Implantate beschlossen werden kann. Verursacht die Stosswellentherapie hierbei Schmerzen? Mäßige, zumeist gut tolerierbar. Sind Narkosen erforderlich? Fast nie!